Auf einem neuen Gipfel

Vertreterversammlung: Raiffeisen-Volksbank mit glänzendem Ergebnis. Fünf Prozent Dividende für die Mitglieder. Versicherungs-Tochter wird mit der Bank verschmolzen.

von Helmut Bissinger

Donauwörth Das Vertrauen in die genossenschaftlichen Banken ist in Zeiten der Krisen von Großbanken eher gewachsen. So jedenfalls interpretiert Direktor Michael Kruck von der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth die Erfolgszahlen, die er bei der Vertreterversammlung vorlegte. Er durfte in einer mehrstündigen Veranstaltung das "erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Geldinstitus" verkünden. Um 19 Millionen Euro und damit noch einmal 1,4 Prozent kletterte die Bilanzsumme auf nunmehr 1,343 Milliarden Euro.
"Wir sind sehr zufrieden. Damit haben wir unsere Position als größtes selbstständiges Kreditinstitut im Landkreis weiter ausgebaut", freute sich Kruck mit seinem Vorstandskollegen Manfred Gasteiger. Entsprechend gut war dann auch die Stimmung, als die Direktoren zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Johann Schneider die Mitglieder im Stadtsaal des Tanzhauses in Donauwörth begrüßten.
Vorstandssprecher Michael Kruck machte auch gleich klar, worauf der Erfolg gründet: "Auf einer soliden Basis mit einem Heimatbanken-Geschäftsmodell, das niemand über den Tisch zieht." Man habe sich fairen Geschäften verschrieben, was die Kunden zu schätzen wüssten, meinte Kruck. Das habe schließlich zur erfreulichen Entwicklung der Bank geführt.
32 Geschäftsstellen und drei Selbstbedienungsstellen unterhält das Geldinstitut im Geschäftsgebiet. Kruck hob die starke Verwurzelung in Nordschwaben hervor. Exakt 26.160 Kunden (bei einem Zuwachs um 1.264 Personen) sind zugleich auch Mitglied und damit Teilhaber mit insgesamt 139.131 Geschäftsanteilen. 61.000 Kunden nahmen 2012 die Dienste der Bank in Anspruch.
Kruck berichtete von Kundengeldern, "die der Bank aufgrund unserer stabilen konservativen Geschäftspolitik" zugeflossen seien: Über 991 Millionen Euro sind demnach der inzwischen größten Bank in Donauwörth und Dillingen anvertraut. Insgesamt, also auch mit den in der Bilanz nicht ausgewiesenen Anlageformen, betreue die Bank ein Kundenanlagevolumen in Höhe von 1,753 Millionen Euro.
"Das Eigenkapital ist für uns inzwischen die zentrale Größe geworden", verdeutlichte der Direktor in seinen umfangreichen Ausführungen. Bei rund 14 Millionen Euro Geschäftsguthaben der Mitglieder und Rücklagen von 95 Millionen Euro sei man gut aufgestellt, was eine nachhaltige Entwicklung gewährleiste.
Bei den Ausleihungen an die Kunden gab es die größten Bewegungen im Vergleich zum Vorjahr: Sie sind um knapp vier Prozent auf nunmehr 860 Millionen Euro angestiegen. Wir Kruck ausführte, habe die Bank eine starke Nachfrage von Privatkunden nach Krediten zur Finanzierung von Umbau- und Energiesparmaßnahmen gespürt. Auch die Finanzierung von Projekten in erneuerbare Energien schlage sich bei den Ausleihungen nieder. Noch zwei Zahlen aus der Bilanz: An Land- und Forstwirtschaft wurden 81 Millionen Euro, an Industrie und Handel 270 Millionen Euro verliehen.
Die Sachanlagen der Bank schlagen mit 12,2 Millionen Euro zu Buche, die sonstigen Vermögensbestände werden in der Bilanz mit 31,9 Millionen Euro ausgewiesen. Schließlich das, was die Vertreter am meisten interessierte: der Bilanzgewinn. Er summierte sich auf 2,7 Millionen Euro. Im Vergleich dazu: An Steuern zahlte die Bank 4,7 Millionen Euro. Kruck: "Damit sind wir ein wichtiger Steuerzahler in unserem Geschäftsgebiet."
Direktor Manfred Gasteiger ließ über die Verwendung des Jahresabschlusses abstimmen. Gemäß des Vorschlags des Vorstands wird der Bilanzgewinn gesplittet: Ein Teil geht wie in den Vorjahren in die Rücklagen, während gleichzeitig eine Dividende von fünf Prozent ausbezahlt wird.
Eine ganze Reihe von Regularien musste die Versammlung schließlich noch abarbeiten. Der Hintergrund: die bislang 100-prozentige Tochtergesellschaft Raiffeisen-Volksbank VersicherungsService GmbH mit einer Bilanzsumme von 2,2 Millionen Euro wird mit der Bank verschmolzen. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen, wie sie ausführten, mehr Kosteneffektivität und eine Verbesserung der Kundenbetreuung. Die im Tochterunternehmen tätigen 23 Mitarbeiter wolle man, wie mehrfach betont wurde, übernehmen.

Donauwörther Zeitung, 11.05.2013