Wenn Landwirte den Turbo einschalten sollten

Vortrag: Bildungsreferent Brauch über Herausforderungen für Bauern

Donauwörth Der Agraringenieur Rolf Brauch ist davon überzeugt: Früher oder später müssen ihn die Landwirte einschalten, den Turbolader. In seinem Vortrag "Turbo im Betrieb - Kolbenfresser in der Familie?" sprach er jedoch nicht von technischen Dingen: Vielmehr zwängen Veränderungen in der EU-Agrarpolitik, sinkende Preise oder die globale Wettbewerbsfähigkeit die Landwirte dazu, ihren persönlichen Turbo einzuschalten. Auf einer Veranstaltung der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth sprach der Bildungsreferent der Bauernschule Nordbaden über neue Herausforderungen für Landwirte.
Brauch kennt den Umbruch in der Agrarwirtschaft. Höfe seien heute "familiengeführte, landwirtschaftliche Unternehmen" im Spannungsfeld. Denn: Was in der Familie gut sei, könne im Betrieb schaden und umgekehrt. Deshalb müssten sich die Landwirte in beiden Systemen auskennen. Die Mitarbeiter müssten schnell, dynamisch und effizient arbeiten: "In Agrargesellschaften gibt es keine scharfe Trennungslinie von Arbeit und Freizeit", sagte Brauch. Um die Ziele dennoch zu erreichen, riet er den rund 100 Zuhörern zu einem Ausgleich durch Freizeitaktivitäten. Wichtig sei es, die Rolle als Unternehmer anzunehmen. Landwirte müssten sich auf Preisschwankungen und Preisabschwünge einstellen und die passende Betriebsorganisation finden. (dz)

Donauwörther Zeitung, 05.03.2014