Wachstumskurs trotz Niedrigzins

Die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth zahlt nach erfolgreichem Jahr fünf Prozent Dividende an ihre 27.000 Mitglieder

Donauwörth Die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth wächst und steht auf einem starken Fundament: Das ist die zentrale Botschaft der Vertreterversammlung, die kürzlich im Donauwörther Tanzhaus stattfand. Nicht nur die Bilanzsumme in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 32 Millionen Euro erhöht. Immer mehr Menschen entscheiden sich auch für eine Mitgliedschaft.
Fast 27.000 Mitglieder sind mittlerweile an der Bank beteiligt, gut 1.200 mehr als im Vorjahr. Die Genossenschaftsbank ist die größte selbstständige Bank in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries. Doch nicht nur mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen ist Vorstandssprecher Michael Kruck zufrieden: Auch die Ertragslage liege deutlich über dem Durchschnitt aller bayerischen Genossenschaftsbanken. Insgesamt betreut die Donauwörther Regionalbank Kundenanlagen von rund 1,8 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von knapp sechs Prozent binnen Jahresfrist. Für das abgelaufene Geschäftsjahr weist die Bank einen Bilanzgewinn von rund 2,7 Millionen Euro aus.
Die 161 anwesenden Vertreter stimmten einer Dividende in Höhe von fünf Prozent zu, der Rest fließt in Rücklagen.
Positiv bewertete Kruck das Wachstum im Kreditgeschäft. Insgesamt vergab die Bank Kredite im Gesamtwert von rund 878 Millionen Euro, das sind knapp 18 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. "Es wird also weiterhin investiert und wir leisten einen erheblichen Beitrag, um dies zu ermöglichen", so Kruck.
Stark gewachsen seien vor allem die Kredite gegenüber Landwirten und mittelständischen Firmenkunden. Trotz der guten Ertragslage zieht die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht spurlos an Schwabens drittgrößter Genossenschaftsbank vorbei. "Nicht nur der Sparer leidet unter dieser niedrigen Zinssituation, sondern auch alle regionalen Banken, wie wir es sind", sagte Kruck. Kreditinstitute müssten demnach rückläufige Zinsspannen hinnehmen, da die eigenen Wertpapieranlagen immer weniger Erträge abwerfen. Auch die Margen im Kreditgeschäft würden schrumpfen. Kruck vermutet, dass sich das ab 2015 in den Bilanzen vieler Banken niederschlagen wird. "Wir arbeiten intensiv an Maßnahmen, um den Rückggang der Zinsspanne abzufedern", so Kruck.
Die größte Herausforderung sei dabei der Umgang mit Sparmaßnahmen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Johann Schneider warnte hingegen vor der europäischen Bankenunion. Dadurch könnten sich wirtschaftliche Nachteile für Regionalbanken ergeben, insbesondere durch die Einlagensicherung. Sie bedeute die Schaffung eines neuen Fonds zur Abwicklung von Banken auf europäischer Ebene. Bei der Einzahlung werde voraussichtlich nicht zwischen Regionalbanken mit risikoarmen Geschäften und aktiven Großbanken unterschieden: "Die Lastenverteilung wäre völlig ungleichgewichtig", so Schneider. Er wies auf das gut funktionierende Sicherungssystem der Genossenschaftsbanken hin. Noch nie hätten Kunden einer Genossenschaftsbank ihr Geld verloren. Der Wachstumskurs der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth sei ein Beleg dafür, dass Kunden die Sicherheit der anvertrauten Vermögenswerte schätzen. (pm)

Zahlen und Fakten

Kennzahlen:

  • Bilanz Zum 31. Dezember 2013 betrug die Bilanzsumme 1,375 Milliarden Euro (plus 2,4 Prozent).
  • Die bilanziellen Eigenmittel beliefen sich auf 138,5 Millionen Euro.
  • Eigenkapital 168,7 Millionen Euro
  • Bilanzgewinn 2,7 Millionen Euro

Aufsichtsrat:

  • Josef Abel scheidet turnusgemäß aus. Er konnte aufgrund der Altersbeschränkung nicht mehr wiedergewählt werden. Seine Nachfolgerin ist Martina Mack aus Oberndorf. Wiedergewählt wurden Friedrich Bühler aus Harburg und Wilhelm Kurtz aus Tapfheim. (dz)

Donauwörther Zeitung, 21.05.2014

Der Vorstandssprecher der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth, Michael Kruck, mit der neu gewählten Aufsichtsrätin Martina Mack, dem ausscheidenden Aufsichtsrat Josef Abel und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Johann Schneider (von links).