Agrarveranstaltung 2016: Tank oder Teller?

Teilnehmer und Referenten auf der Agrarveranstaltung der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG.

Die Landwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen und mit ihr die gesamte Bevölkerung. Wie werden sich die Menschen künftig ernähren? Reichen die Anbauflächen aus, um alle Bewohner dieser Erde zu sättigen? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich Otto Körner auseinander, Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf. Auf der Agrarveranstaltung der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG referierte er zum Thema „Landwirtschaft 2050 – Trends und Entwicklungen“.

Die Zukunft der Agrarbetriebe im ländlichen Raum liegt Bank-Vorstandssprecher Michael Kruck sehr am Herzen: „Für viele Menschen sind die Begriffe Raiffeisen und Landwirtschaft eng miteinander verbunden“, sagte er vor rund 200 Zuhörern in der Alten Brauerei in Mertingen. Kein Wunder, trugen doch die Genossenschaftsbanken über viele Jahrzehnte hinweg wesentlich zur Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe bei. Die Raiffeisen- und Volksbanken begleiten die Modernisierung der Landwirtschaft bis heute und sind eng mit dem Agrarsektor verknüpft. Dieser befindet sich laut Otto Körner im Wandel. Schon jetzt würden die Anbauflächen in einigen Ländern nicht mehr ausreichen, um die Einwohner zu ernähren. Gründe hierfür gebe es viele, beispielsweise den demografischen Wandel. Viele Flächen werden auch für den Ausbau der Infrastruktur oder für die Gewinnung von Biokraftstoffen genutzt. Hier müssten sich die Menschen die Frage stellen: „Tank oder Teller?“

Anbauflächen für Agrarbetriebe werden knapp

In Folge dessen kaufen Regierungen oder Unternehmen Anbauflächen in fremden Staatsgebieten, vorzugsweise in Entwicklungs- und Schwellenländern. Der Experte spricht von „Land grabbing“ (Landraub), und nennt als Beispiel die Ukraine: Gut ein Drittel der Ländereien sei in fremder Hand, davon 66 Prozent in US-amerikanischer. Dem internationalen „Land grabbing“ stehe hierzulande der Wunsch nach regionalen Produkten gegenüber. Auch Körner beziehe Obst, Gemüse oder Fleisch vorzugsweise aus heimischen Betrieben. Global betrachtet werde sich dieser Trend jedoch kaum durchsetzen.

Herausforderungen für Landwirte in der Region 

Was auf regionaler Ebene auf die Landwirte zukommen wird, darüber sprach Christian Kratzmeir von der Versicherungskammer Bayern. Er ist Direktionsbevollmächtigter im Bereich Landwirtschaft und arbeitet mit dem Versicherungs-Service der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG zusammen. Auf der Agrarveranstaltung informierte er die Landwirte über die Möglichkeiten der Absicherung wetterbedingter Risiken beim Ernteschutz. Einer Umfrage zufolge versichern die meisten Landwirte in Bayern ihren Ernteertrag ausschließlich gegen Hagelschäden, zumal dies die gängige Police der Versicherungsgesellschaften sei. Kratzmeir machte aber auch auf die Gefahren Sturm, Starkregen, Frost und Trockenheit aufmerksam. Vor allem Letzteres habe im vergangenen Sommer vielen Landwirten zu schaffen gemacht und hohe Schäden verursacht. Der Experte empfiehlt deshalb den Ernteschutz Vario, ein neues Produkt der Versicherungskammer Bayern. Die Versicherung schützt die Ernte nicht nur vor Hagel, sondern vor allen genannten Gefahren. Das Besondere daran: Die Gefahren können wie Bausteine flexibel miteinander kombiniert werden. So meistern Landwirte auch in Zukunft die Herausforderungen durch extreme Wetterlagen.

Pressemitteilung vom 03. Februar 2016