Zwischen Werten, Mut und Altersrente

Abtprimas Dr. Notker Wolf spricht auf dem Bürgermeisterforum

Abtprimas Dr. Notker Wolf in Donauwörth.

Es sind viele Themen, mit denen sich die Einwohner in den Gemeinden unserer Region derzeit beschäftigen. Wie gelingt beispielsweise die Integration von Menschen aus anderen Kulturen? Was bedeutet Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft? Oder schlicht: Was muss ich tun, damit die Rente reicht? Auf dem Bürgermeisterforum der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG und der Raiffeisenbank Rain am Lech eG erhielten die rund 50 geladenen Gäste Denkanstöße, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Die Freiheit als höchstes Gut der Menschen

Hauptredner Abtprimas Dr. Notker Wolf sensibilisierte die Zuhörer auf das seiner Ansicht nach wichtigste Gut des Menschen: die Freiheit. „Niemand hat das Recht in die Freiheit der anderen einzugreifen“, sagte der oberste Repräsentant der Benediktiner. Vielmehr setze er auf Eigenverantwortung. Dies bedeute zugleich, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, da sich der Mensch nur in einer Gemeinschaft weiterentwickeln könne. Wichtig seien dabei Werte zur Orientierung und die Akzeptanz, dass diese „Leitplanken“ von Kultur zu Kultur unterschiedlich sind. Besonders wertvoll hält Wolf den Gedanken des Föderalismus in unserer Gesellschaft. Je autonomer eine Region sei, desto mehr Mitverantwortung würden die Menschen dort übernehmen. Der Benediktinerabt rief zu mehr Mut auf statt zur Bequemlichkeit und erinnerte daran, die Konsequenzen des eigenen Handelns stets zu Ende zu denken.

Betriebliche Altersvorsorge: Möglichkeiten für Kommunen

Über die finanzielle Absicherung nach dem Ende des aktiven Berufslebens informierte Daniel Meisinger von der Versicherungskammer Bayern. Der Betriebswirt für betriebliche Altersvorsorge stellte fest, dass immer mehr Menschen von ihrer Altersrente kaum mehr leben können und rechnete den Vertretern aus den Kommunen vor: Die Durchschnittsrente betrage bei Frauen rund 566 Euro im Monat, bei Männern 1.020 Euro. Die monatlichen Gesamtkosten eines 2-Personen-Haushalts beliefen sich seinen Berechnungen zufolge auf mindestens 1.100 Euro – und das ohne Essen und Trinken. Außerdem wies Meisinger darauf hin, dass Rentner kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld mehr erhalten. Er riet den Kommunen deshalb, Arbeitnehmern eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten und wies auf Sonderkonditionen durch das Rahmenabkommen zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und der Versicherungskammer Bayern hin.

Pressemitteilung vom 29. April 2016